Streitvermittler

Schüler als Streitvermittler - wir lösen unsere Probleme selbst!

 

Überall, wo Menschen miteinander leben und arbeiten, bleiben Konflikte nicht aus. Streitigkeiten gehören zu unserem Lebensalltag - auch in der Schule. Nicht immer läuft hier alles friedlich ab.

Um das gute Miteinander fördern zu können, wurden auch in diesem Schuljahr 6 motivierte SchülerInnen der Klasse 8 über 4 Tage ausgebildet.

 

Was macht ein Streitvermittler?

Die Streitvermittler helfen ihren Mitschülern, Probleme und alltägliche Konflikte untereinander und ohne Gewalt zu lösen. Hierzu lernten die Streitvermittler in ihrer Ausbildung wichtige Gesprächs- und Verhaltensregeln kennen. In zahlreichen Rollenspielen übten sie verschiedene Konfliktsituationen und den Ablauf der Schlichtung ein. Ebenso setzten sie sich damit auseinander, welche Haltung es braucht, um für andere als Streitvermittler Vorbild zu sein. Das heißt, der Streitschlichter tritt bei der Schlichtung des Konflikts als Vermittler auf. Dabei muss er bestimmte Regeln und Abläufe der Streitschlichtung beachten.

 

Wie lauten die Grundsätze der Streitschlichtung?

  • Freiwilligkeit (es ist ein Angebot - kein Zwang)

  • Vertraulichkeit (es wird nichts weitererzählt)

  • Allparteilichkeit (sie stehen weder auf der einen, noch auf der anderen Seite)

  • Keine Schuldzuweisung, keine Strafen

 

Wie läuft eine Streitschlichtung ab?

Die goldenen Regeln:

  • Ich lassen den anderen ausreden!
  • Ich beleidige nicht oder werde handgreiflich!
  • Ich formuliere ICH-Botschaften!
  • Ich respektiere den Streitvermittler, der das Gespräch leitet und moderiert!

Nur wenn alle Beteiligten bereit sind, sich auf diese Regeln einzulassen und ein Interesse haben, den Konflikt zu lösen, kann es zu einem klärenden Gespräch und möglichen Lösungsvorschlägen kommen.

 

Die Phasen des Streitschlichtungsgesprächs:

  • Einleitung der Streitvermittlung

  • Klärungsphase

  • Lösungs- und Vereinbarungsphase

  • Feedback zu den getroffenen Vereinbarungen:

         Nach einer Woche treffen sich die Streitenden mit dem jeweiligen Streitvermittlern, um zu kontrollieren, ob die gemeinsam vereinbarten Beschlüsse eingehalten werden.

 


Info: Wie werde ich Streitvermittler?

1. Kennenlernen und Arbeitsatmosphäre für die Ausbildung

  •  Regeln und Wünsche für gutes Zusammenarbeiten
  • Feedbackkultur

  • Ritualisierte Abläufe für Rollenspiele 

 

2. Die Phasen eines Streitvermittlungsgespräches

  • Einleitung der Streitvermittlung

  • Klärungsphase

  • Lösungs- und Vereinbarungsphase

3. Theoretisches Wissen zum Thema Konflikte

  • Eskalationsstufen (nach Glasel)

  • Eisbergmodell

  • Win-Win-Lösung 

 

4. Haltung eines Streitvermittlers

  • Allparteilichkeit

  • Sichtweisen in einer Streitsituation

  • Schweigepflicht

 

5. Fragetechniken

  • Offene Fragen

  • Fragen nach Gefühlen

  • Fragen nach Bedürfnissen

  • Sammlung von hilfreiche Fragen

 

6. Organisatorisches

  • Protokollblatt

  • Infos zum Dienstablauf

  • Termine

  • Festlegung der Tandempartner

 

7. Umgang mit Stolperfallen

  • Was tun, wenn es schwierig wird?

  • Praktische Abschlussprüfung

 

 

Welche Vorteile gibt es?

Indem die StreitvermittlerInnen bei Konflikten beraten und beim Finden einer gemeinsamen Lösung helfen, lernen sie Verantwortung zu übernehmen, über soziale Beziehungen nachzudenken und sich in andere hineinzuversetzen. Zudem fördert die Ausübung ihrer Rolle zahlreiche wichtige Sozialkompetenzen, welche auch im späteren Berufsleben von großer Bedeutung sind.  Sie erlernen einen konstruktiven Umgang mit Konflikten und erkennen, wie sie ihre eigenen Wünsche und Interessen anderen gegenüber angemessen zum Ausdruck bringen können. Sie üben Teamfähigkeit, sich vor anderen entsprechend sprachlich auszudrücken und stärken zugleich ihr Selbstvertrauen.

 

Wann und wo findet die Streitvermittlung statt?

Die Streitvermittlerverbindung findet dienstags und donnerstags in der 1. großen Pause im Zimmer der Schulsozialarbeit statt.